Handschutz: Schützen Sie Ihr wichtigstes Werkzeug 



Lederhandschuhe


Montagehandschuhe


Stoff-, Unterzieh- und Noppenhandschuhe


Schnittschutzhandschuhe


Chemikalienschutz- und Einweghandschuhe


Kälteschutzhandschuhe


Schweißerhandschuhe


Hitzeschutzhandschuhe


Spezialschutzhandschuhe


Forstschutzhandschuhe

Informationen zu Schutzhandschuhen


Hände und Unterarme sind am Arbeitsplatz fast immer Gefahren und Belastungen ausgesetzt. Handschutz ist daher zentraler Bestandteil der persönliche Schutzausrüstung.

Allgemeine Hinweise


Eine Handverletzung kann Ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, und es kann lange dauern, bis Sie wiederhergestellt sind. Der richtige Handschutz minimiert Ihr Verletzungsrisiko. Wählen Sie immer Handschuhe, die genau passen und sich für Ihr Arbeitsumfeld eignen.

GESUNDHEITSSCHÄDEN DURCH VIBRATIONEN
Bei Menschen, die mit vibrierenden Maschinen und Werkzeugen arbeiten, können Vibrationsschäden auftreten. Diese Schäden entwickeln sich nach und nach und können irreparabel werden. So treten zum Beispiel bei Menschen, die mit stark vibrierenden Werkzeugen arbeiten, oft Nackenprobleme oder Schulterschmerzen auf, die bis in Arme und Hände ausstrahlen. Auch Schmerzen in Schultergelenken und Ellbogen sind häufig. Deshalb arbeiten Sie an vibrierenden Maschinen und Werkzeugen immer mit vibrationsdämpfenden Handschuhen.

HYPERSENSITIVITÄT/ALLERGIEN
Bei Hypersensitivität reagiert eine Person wieder­holt mit Symptomen auf Reize in ihrer Umgebung oder im Arbeitsumfeld, die die meisten anderen  Menschen tolerieren. Allergie ist eine erworbene Hypersensitivität gegenüber einer Substanz. Einige Berufsgruppen sind stärker als andere Substanzen ausgesetzt, die Hypersensitivität oder Allergien auslösen können. Die richtigen Schutzhandschuhe können diesen Problemen vorbeugen oder sie beheben.

ERFRIERUNGEN 
Wenn die Lufttemperatur unter +10 °C liegt, können Kälteschäden auftreten. Das Risiko steigt mit Wind und Luftfeuchtigkeit. Auch direkter Kontakt mit kalten Oberflächen kühlt die Hand deutlich ab. Besonders gefährdet sind Menschen, die bei Kälte im Freien arbeiten, aber auch in geschlossenen Räumen, zum Beispiel in der Nahrungsmittel­industrie, treten ähnliche Effekte auf.

QUETSCHUNGEN
bedeuten, dass Gewebe und Knochen der Finger mechanisch überlastet wurden. Quetschungen treten meist auf, wenn ein Handschuh in beweg­liche Teile einer Maschine gerät. Wenn Sie mit oder in der Nähe von beweglichen Maschinen­teilen arbeiten, ist es besonders wichtig, einen gut sitzenden Handschuh aus einem weniger haltbaren Material zu wählen. Dann reißt der Handschuh schneller und lässt sich besser entfernen, wenn er in die Maschine gerät.

SCHNITTE
Wenn Sie mit scharfkantigen Komponenten oder Werkzeugen arbeiten, können leicht Schnittwunden auftreten. Auch die scharfen Klingen von Schneide­maschinen und Handwerkzeugen stellen ein großes Risiko dar.


Schutzbestimmungen

 
Schutzhandschuhe sind Handschuhe, die die Hände vor Schädigungen durch äußere Einwirkungen mechanischer, thermischer und chemischer Art sowie vor Mikroorganismen und ionisierender Strahlung schützen.

Für den Einsatz von Schutzhandschuhen hat der Unternehmer eine Betriebsanweisung zu erstellen, die alle für den sicheren Einsatz erforderlichen Angaben, insbesondere die Gefahren entsprechend der Gefährdungsbeurteilung, das Verhalten beim Einsatz der Schutzhandschuhe und bei festge­stellten Mängeln, enthält.

Fragen sie nach unserem kostenlosen Infoflyer zu diesem Thema: "Checkliste Handschutz".




















Handschuhe: Materialien, Kategorien und Normen


Bei der Auswahl von Schutzhandschuhen sind die Forderungen nach bestmöglichem Schutz einerseits und nach Tragekomfort, Tastgefühl und Greifvermögen andererseits abzuwägen. Es ist darauf zu achten, dass die richtige Schutzhandschuhgröße beachtet wird, die Nähte so ausgebildet sind, dass sie nicht drücken und nicht an Belastungsstellen liegen.
 

Materialien


Leder
Gegen mechanische Beanspruchung ist Leder sehr widerstandsfähig. Leder ist bis ca. 150°C hitzebeständig. Speziell ausgerüstetes Leder (Sebatanleder) ist bis ca. 300°C hitzebeständig. Achtung: Die Hitzebeständigkeit bezieht sich nur auf das Leder. Wie lang ein schmerzfreies Arbeiten möglich ist, das hängt von der Kontaktzeit mit dem heißen Werkstück ab.

Latex
Latex ist sehr elastisch und hat eine gute Widerstandsfähigkeit gegen Abrieb und Schnitte. Die Temperaturbeständigkeit liegt zwischen ca. -20°C und ca. +150°C. Latex ist im Allgemeinen nicht beständig gegen Öle und Fette.

Neopren, Chloropren
Wurde als ein ölbeständiger Ersatzstoff (synthetischer Gummi) für Latex entwickelt.

Nitril
Ein synthetischer Gummi mit sehr gutem mechanischen Widerstand gegen Abrieb und Schnitte. Guter Schutz gegen Öle und Fette.

PVC
PVC ist sehr flexibel und bietet einen hohen Schutz gegen Abrieb.

Butyl
Sehr gute Beständigkeit gegen Gase und Dämpfe. Besonders geeignet beim Umgang mit Ketonen, Estern und stark ätzenden Säuren.

Viton
Sehr gute Beständigkeit gegen Gase und Dämpfe. Zu empfehlen bei Arbeiten mit PCB (polychloriertem Biphenylen), PCT (polychloriertem Triphenylen), Benzol oder Anilin.

Technische Fasern
Technische Fasern werden gezielt für bestimmte Anwendungsbereiche eingesetzt, u.a. als Schnitt- oder Hitzeschutz. Kevlar®-Fasern sind besonders schnittfest und hitzebeständig (bis ca. 500°C).


Kategorien und Normen


Arbeitshandschuhe werden je nach Risiko in drei Kategorien eingeteilt:
Kategorie 1: 
Minimale Risiken, geringe Verletzungsgefahr, z.B. bei Reparaturarbeiten oder Schutz vor Schmutz
Kategorie 2: 
Mittlere Risiken, erhöhte Verletzungsgefahr, z.B. Schutz vor mechanischen Gefahren
Kategorie 3: 
Hohe Risiken, hohe Verletzungsgefahr, z.B. Schutz vor Chemikalien oder tödlichen Gefahren

Übersicht Normen 

EN 420 Allgemeine Anforderungen für Handschuhe
EN 388 Schutz gegen mechanische Risiken
EN 407 Schutz gegen thermische Risiken (Wärme und/oder Feuer)
EN 374 Schutz gegen Chemikalien und Mikroorganismen
EN 421 Schutz gegen ionisierende Strahlen einschließlich Kontamination und Bestrahlung
EN 455 Medizinische Einmalhandschuhe
EN 511 Schutz gegen Kälte
EN 659 Feuerwehrschutzhandschuhe
EN 10819 Schutz gegen Vibrationen
EN 12477 Schweißerschutzhandschuhe
EN 60903 Handschuhe aus isolierendem Material zum Arbeiten an unter Spannung stehenden Teilen
EN 1082 Schutz gegen Schnitt- und Stichverletzungen durch Handmesser
EN 381 Schutzkleidung für Benutzer von handgeführten Kettensägen
EN 1149 Schutz vor elektrostatischer Aufladung

Erklärung der Leistungslevel

EN 388
A = Abriebfestigkeit
B = Schnittfestigkeit
C = Weiterreißfestigkeit
D = Durchstichfestigkeit 

EN 407
A = Brennverhalten
B = Kontaktwärme
C = Konvektive Wärme
D = Strahlungswärme
E = Wärmebelastung durch kleine Spritzer geschmolzenen Metalls
F = Wärmebelastung durch große Mengen geschmolzenen Metalls 
 
EN 511
A = Konvektionskältefestigkeit
B = Kontaktkältefestigkeit
C = Wasserfestigkeit